23/04/2026
HEE-HEE AUS DER 5kg ZAHNPASTATUBE
Michael wird zusammen mit seinen vier Brüdern von Vater Joseph schon als Kind gedrillt um für Ruhm und Geld zu funktionieren. Kein normales Leben nur Leistung. Je älter Michael wird, desto mehr will er sein Ding machen, doch sein Vaters klebt an ihm.
Michael geht ca. 125 Minuten und ist ab 6 Jahren freigegeben. Wir haben hier das Biopic über einen, der größten Musiker aller Zeiten. Gespielt von Jaafar Jackson, der wirklich versucht, was möglich ist. Die Tanzeinlagen sitzen, die Bühnenmomente knallen und wenn die Kamera genug weg bleibt, denkt man, der echte Michael ist da.
Genau hier hört das Lob auch auf. Dieser Film rast durch Michaels Leben wie ein ICE. Jackson Five, Solokarriere, Verletzung, Bad Tour, alles wird nur angerissen. Das ist kein Biopic sondern Wikipedia auf Koffein. Wer hofft, etwas über Michael den Künstler zu erfahren, wird enttäuscht. Wie schreibt er Songs? Wie perfektioniert er Tänze? Wie arbeitet sein Genie im Bereich der Musik? Die Antwort des Films, Hirn aus und noch nen Konzert. Das ist der eigentliche Skandal. Du hast eine faszinierende Künstlerfiguren und machst daraus eine weichgespülte Präsentation. Alles Schwierige wird auf Kindergarten-Niveau erklärt. 3x fällt Neverland, damit auch der letzte Handy-Zombie in Reihe 8 versteht: „Aha, Peter Pan!“ Er wird Knollnase genannt, zwinker, Schönheits-OPs, haste verstanden? Er bekommt Schmerzmittel, na sowas, da wird wohl später noch was passieren. Joseph ist der große Endgegner. Ja, zurecht problematisch, aber das wird so simpel runtergebrochen, als wäre Michael ausschließlich durch einen bösen Vater entstanden und nicht durch Talent, Wahnsinns-Arbeitsethik und ein krankhaftes Streben nach Perfektion.
Unterm Strich bleibt ein Film, der tolle Musik und Showbilder liefert, also genau das, was echte Konzertaufnahmen seit Jahrzehnten besser können. Als Biopic ist feige, oberflächlich und weichgespült, als hätte man die Filmrollen in Perwoll eingeweicht.
4,5/10 Punkten. Einmal CGI Bubbles für ein "awwww" im Kino. Warum er ihn hat, tja. Schwester Janet fehlt ganz, die Rivalität mit Prince ignoriert. Warum sollte ein Biopic auch was erzählen wollen?