„BIS DASS DER TOD EUCH SCHEIDET“
FRAUENGESCHICHTEN – MÄNNERGESCHICHTEN
Lesungen, Referate, Gespräche, Film und Musik
11. Juni 2019
„BIS DASS DER TOD EUCH SCHEIDET“: FRAUENGESCHICHTEN - MÄNNERGESCHICHTEN lautet der Titel der von Jutta Skokan und Franz Schuh kuratierten Sprechtage Wels & Thalheim 2019, die vom 11. Juni an verschiedenen Spielstätten in Wels und Thalheim stattfinden werden.
„Mensche
n existieren männlich und weiblich. In modernen Gesellschaften verkompliziert sich diese einfache Unterscheidung. Eine Gruppe von Meinungen rekurriert zum Beispiel auf das Biologische, auf die Geschlechterdifferenz, wie sie „von Natur aus“ existiert. Andere Meinungen tendieren dazu, die Geschlechterdifferenz als eine Konstruktion gesellschaftlicher Natur zu sehen. Nicht das Biologische ist danach entscheidend, sondern wie es in einer Gesellschaft interpretiert und durchgesetzt wird. Diese Positionen und ihre politischen Implikationen stehen einander unversöhnlich entgegen. Dabei kann die Diskussion über die Geschlechterdifferenz leicht akademische, „abgehobene“ Formen annehmen. Währenddessen führen die Menschen im Alltag ihr Leben und müssen miteinander und mit ihrer Geschlechterdifferenz zurechtkommen. Die bürgerliche Ehe hat sich, so wie auch andere Formen der Partnerschaft, als vielversprechende, aber nicht immer konfliktfreie Lebensweisen der Zusammengehörigkeit und des Auseinanderdriftens von Männern und Frauen etabliert. In der Arbeitswelt eine akzeptierbare, gerechte Gleichheit von Frauen und Männern herzustellen ist bisher nicht gelungen. Die „Narrative“ hingegen, die Erzählungen über Frauen und Männer, erscheinen in unserer Kultur unerschöpflich. Sie reichen, um ein beliebiges Beispiel zu nennen, von Sokrates, dem griechischen Weisen, und Xanthippe, seiner als nörgelnd überlieferten Frau, bis hin zur mystischen Vereinigung von Tristan und Isolde. Die Geschlechterdifferenz ist ein stets aktuelles Thema, und es lohnt sich – in Gesprächen, Diskussionen, Lesungen – gemeinsam mit Frauen und Männern herausfinden, welche Ansichten frau/man in dieser Frage teilen und welche frau/man ablehnen will.“ (Franz Schuh)