Comrade Couture - Ein Traum in Erdbeerfolie

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Comrade Couture - Ein Traum in Erdbeerfolie A movie and a trip into the wild nether world of the Bohemians of East BERLIN, with director Marco W Comrade Couture - Ein Traum in Erdbeerfolie. Filmfestivals.

A Film By Marco Wilms

»Comrade Couture - Ein Traum in Erdbeerfolie« is a film journey into the wild nether world of the fashionistas and Bohemians of East Berlin. It was a fantasy world within East Germany’s very restricted everyday life. Here you could break ranks, be individual and provocative. The most important identifying feature of the scene was the development of a personal style, because you couldn’t buy such a thing in GDR times. In this nether world, you had to create your individual image. This film tells of the longing, passions and dreams which were tested, experienced and lived out in the shadow of the Wall. Director Marco Wilms, who was himself a model at the GDR’s fashion institute at the time, sets out to once more resurrect this life’s unique lifestyle, economic freedom, and longing to be different, in the here and now. He finds the heroes of his youth in East Berlin: designer Sabine von Oettingen, photographer Robert Paris, and stylist and hairdresser Frank Schäfer, and explores with them their shining nether world lives. Two decades later, the members and friends of the legendary East Berlin avantgarde fashion theatres »Chic, Charmant und Dauerhaft« (Chic, Charming and Enduring) and »Allerleirauh« (All-Kinds-of-Fur) meet again at a »subversive« Eastern Bloc Party, initiated by director Marco Wilms.

»Comrade Couture« is a humorous documentary about creativity as the elixir of life – and the never-ending longing for individual freedom. Worldpremiere Berlinale Panorama 2009
+ MoMa New York and 55 int. PRESS ARTICLE LINKS english:
http://www.heldenfilm.de/pressestimmen_eng.html

TRAILER https://www.facebook.com/video.php?v=10150582324534875&set=vb.109887098865&type=2&theater

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DEUTSCH :

»Ein Traum in Erdbeerfolie – Comrade Couture« ist ein humorvoller Dokumentarfilm über Kreativität als Lebenselixier – und die nie endende Sehnsucht nach individueller Freiheit. Der Regisseur Marco Wilms, Ex-Model des Modeinstituts der DDR, zieht los, um dieses einzigartige Lebensgefühl von ökonomischer Unbeschwertheit und radikalem Anderssein im Hier und Jetzt wieder entstehen zu lassen. Er sucht die Helden seiner Ostberliner Jugend auf: die Designerin Sabine von Oettingen, den Fotografen Robert Paris und den Stylisten und Friseur Frank Schäfer und erkundet mit ihnen ihr schillerndes Parallelwelt-Leben. Nach zwei Jahrzehnten treffen die Mitglieder und Freunde der legendären Ostberliner Avantgarde-Modetheater »Chic Charmant und Dauerhaft« und »Allerleirauh« wieder zusammen auf einer vom Regisseur Marco Wilms initiierten, »subversiven« Ost-blockparty. PROTAGONISTS:
Frank Schäfer, Sabine von Oettingen, Robert Paris, Angelika Kroker, Klaus Ehrlich, Helga Paris, Jürgen Breski, Frieda von Wild, Marlen Burghardt, Amon Wilms, Ingrid Wilms, u.v.a. FOTOS:
Jürgen Hohmuth, Sven Marquardt, Robert Paris, Helga Paris, Günter Rubitzsch, Frieda von Wild, Gundula Schulze Eldowy, u.a. CREW:
Written & Directed By: Marco Wilms
Cinematography: Lars Barthel, Jörg Jeshel, Istvan Imreh
Edited By: Christian Fibikar
Music: Moritz Denis, Eike Hosenfeld, Tim Stanzel
Sound: Marc Witte, Tobias Fritzsch
Sound Design: Thorsten Minning
Sound Mix: Christian Riegel
Graphics: Ulrike Knauf, Arno Wolf
Assistant Directors: Hannah Leonie Prinzler, Janet Stornowski
Associate Producer: Marlen Burghardt
Executive Producer: Marco Voß
Commissioning Editors: Kathrin Brinkmann / ZDF-ARTE, Franz Grabner / ORF, Marijke Huijbregts / AVRO, Ritva Leino / YLE
Producers: Gunnar Dedio, Marco Wilms, Carmen Cobos
Special Thanks: Thomas Brussig, Christian Schidlowski

Worldpremiere Berlinale Panorama 2009
+ MoMa New York 2010 und weitere 66 int. Filmfestivals ...

PRESSE STIMMEN LINKS deutsch:
http://www.heldenfilm.de/pressestimmen_de.html

PRESSE TV-UND RADIOMITSCHNITTE deutsch:
http://www.heldenfilm.de/Presse_TV_und_Radiomitschnitte.html


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29/09/2026
12/09/2026

🕊️ 𝗨𝗡𝗩𝗘𝗥𝗚𝗘𝗦𝗦𝗘𝗡: 𝗕ä𝗿𝗯𝗲𝗹 𝗕𝗼𝗵𝗹𝗲𝘆 – 𝗵𝗲𝘂𝘁𝗲 𝘃𝗼𝗿 𝟯𝟳 𝗝𝗮𝗵𝗿𝗲𝗻 𝗲𝗻𝘁𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱 𝗱𝗮𝘀 𝗡𝗲𝘂𝗲 𝗙𝗼𝗿𝘂𝗺

Am 9. September 1989 trafen sich in Grünheide bei Berlin Menschen, die mit den Zuständen in der DDR nicht mehr zufrieden waren.

Aber und das wird heute gern etwas sehr bequem erzählt: Viele von ihnen wollten die DDR damals keineswegs abschaffen und möglichst schnell der Bundesrepublik beitreten.

Sie wollten sie verändern.

Demokratischer machen.

Offener machen.

Reformieren.

Eine der bekanntesten Frauen dieser Bewegung war die Malerin 𝗕ä𝗿𝗯𝗲𝗹 𝗕𝗼𝗵𝗹𝗲𝘆.

Gemeinsam mit Katja Havemann, Rolf Henrich, Jens Reich, Jutta Seidel und anderen gehörte sie zu den Initiatoren des Neuen Forums. Einen Tag nach dem Gründungstreffen unterzeichneten 30 Menschen aus unterschiedlichen Teilen und Berufsgruppen der DDR den Aufruf „Aufbruch 89“.

Schon der Grundgedanke war bemerkenswert.

Das Neue Forum verstand sich zunächst ausdrücklich nicht als klassische Partei.

Es sollte eine politische Plattform sein, auf der Menschen miteinander über die Zukunft ihres Landes sprechen konnten.

Über Wirtschaft.

Über Rechtsstaatlichkeit.

Über Kultur.

Über Demokratie.

Über die Probleme der DDR.

Und darüber, wie man diese Probleme lösen könnte.

Das hört sich heute beinahe selbstverständlich an.

1989 war es das ganz und gar nicht.

Als Bärbel Bohley und Jutta Seidel das Neue Forum beim DDR-Innenministerium anmelden wollten, wurde die Bewegung zunächst als staatsfeindlich und illegal zurückgewiesen.

Nur hatte die Staatsführung ein kleines Problem.

Die Menschen ließen sich davon nicht mehr beeindrucken.

Der Aufruf verbreitete sich in Windeseile. Unterschriftenlisten gingen durchs ganze Land, wurden in Kirchen ausgelegt, von Hand weitergegeben und kopiert. Innerhalb weniger Wochen unterstützten Zehntausende Menschen das Neue Forum, später waren es Hunderttausende.

Plötzlich gab es eine politische Bewegung, die nicht von oben gegründet worden war.

Keine Nationale Front.

Keine Blockpartei.

Keine staatlich organisierte Massenorganisation.

Sondern Menschen, die sagten:

Wir wollen mitreden.

Und genau das war für die DDR im Herbst 1989 revolutionär genug.

Dann fiel am 9. November die Mauer.

Und innerhalb weniger Wochen veränderte sich die politische Lage vollständig.

Aus der Forderung nach Reformen der DDR wurde bei einem immer größeren Teil der Bevölkerung die Forderung nach schneller deutscher Einheit.

Und ab diesem Moment begann meiner Meinung nach ein Kapitel, über das man auch 37 Jahre später durchaus kritischer sprechen darf.

Denn die kleinen Bürgerbewegungen, die 1989 tatsächlich einen erheblichen Anteil daran hatten, dass sich in der DDR überhaupt etwas bewegte, standen plötzlich in einem Wahlkampf gegen politische Apparate aus der Bundesrepublik, deren Möglichkeiten mit ihren eigenen überhaupt nicht vergleichbar waren.

Für die Volkskammerwahl am 18. März 1990 wurden insgesamt rund 𝟳,𝟱 𝗠𝗶𝗹𝗹𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻 𝗗-𝗠𝗮𝗿𝗸 von westdeutschen Parteien für den Wahlkampf in der DDR aufgewandt.

Allein CDU und CSU steckten rund 4,5 Millionen D-Mark hinein.

SPD und FDP jeweils etwa 1,5 Millionen.

Hinzu kamen Wahlkampfprofis, Material, Technik, Plakate, Flugblätter und Politiker aus dem Westen.

Allein die CDU lieferte Millionen Flugblätter, Hunderttausende Plakate und Aufkleber in die DDR. Westdeutsche Spitzenpolitiker hielten Hunderte Veranstaltungen ab.

Helmut Kohl sprach vor riesigen Menschenmengen.

W***y Brandt und andere SPD-Größen kamen.

Hans-Dietrich Genscher trat für die Liberalen auf.

Und auf der anderen Seite standen Bürgerrechtler, die wenige Monate zuvor ihre Aufrufe noch mit Schreibmaschine geschrieben, kopiert und in Kirchen verteilt hatten.

Natürlich war die Volkskammerwahl vom 18. März 1990 frei.

Und natürlich haben die DDR-Bürger selbst gewählt.

Das stelle ich überhaupt nicht infrage.

Aber zu einer ehrlichen Betrachtung gehört für mich genauso, unter welchen Bedingungen dieser Wahlkampf geführt wurde.

Das Neue Forum hatte sich inzwischen gemeinsam mit Demokratie Jetzt und der Initiative Frieden und Menschenrechte zum Bündnis 90 zusammengeschlossen.

Bei der Volkskammerwahl bekam Bündnis 90 gerade einmal 2,9 Prozent.

Die Menschen, die wenige Monate zuvor noch zu den Gesichtern der friedlichen Revolution gehört hatten, spielten plötzlich politisch kaum noch eine Rolle.

Ich persönlich glaube bis heute, dass diese Bürgerbewegungen unter diesen Bedingungen kaum eine wirkliche Chance hatten.

Sie hatten keine millionenschweren Parteiapparate hinter sich.

Keine jahrzehntelang erfahrenen Wahlkampfzentralen.

Keine Kanzler und Minister aus dem Westen, die mit riesigen Veranstaltungen durchs Land zogen.

Und vor allem verkauften sie etwas, das im Frühjahr 1990 wesentlich schwerer zu verkaufen war:

einen komplizierten Reformweg.

Die andere Seite konnte etwas wesentlich Einfacheres anbieten.

D-Mark.

Schnelle Einheit.

Westlichen Wohlstand.

Und die Aussicht, dass es uns danach sehr schnell besser gehen würde.

Wer kann es den Menschen damals überhaupt verdenken?

Wir standen vor Schaufenstern voller Waren, sahen die D-Mark, hörten Versprechen über wirtschaftlichen Aufschwung und glaubten, jetzt würde einfach das Beste aus beiden Welten zusammenkommen.

Später kam Helmut Kohls berühmtes Versprechen hinzu, aus den neuen Bundesländern würden schon bald 𝗯𝗹ü𝗵𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗟𝗮𝗻𝗱𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁𝗲𝗻 werden.

Nur der Vollständigkeit halber: Diesen Satz sagte Kohl erstmals am 1. Juli 1990, also nach der Volkskammerwahl.

Aber er steht für mich bis heute symbolisch für die Versprechungen jener Monate.

Und ja, ich sage es so deutlich:

𝗜𝗰𝗵 𝗴𝗹𝗮𝘂𝗯𝗲, 𝘄𝗶𝗿 𝗗𝗗𝗥-𝗕ü𝗿𝗴𝗲𝗿 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻 𝘂𝗻𝘀 𝗱𝗮𝗺𝗮𝗹𝘀 𝗶𝗻 𝘃𝗶𝗲𝗹𝗲𝗺 ü𝗯𝗲𝗿𝗿𝘂𝗺𝗽𝗲𝗹𝗻 𝗹𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻.

Wir wollten Veränderung.

Wir wollten Reisefreiheit.

Wir wollten Meinungsfreiheit.

Wir wollten demokratische Wahlen.

Viele wollten eine reformierte DDR.

Und nur wenige Monate später ging es praktisch nur noch darum, wie schnell die DDR verschwinden würde.

Aus meiner Sicht hat man uns dabei in vielen Bereichen schlicht über den Tisch gezogen.

Nicht weil die Menschen dumm waren.

Sondern weil damals eine unglaubliche Dynamik herrschte und Entscheidungen innerhalb weniger Monate getroffen wurden, für deren Folgen normalerweise Jahre der Diskussion notwendig gewesen wären.

Bärbel Bohley und viele andere Bürgerrechtler hatten sich eine andere politische Kultur vorgestellt.

Eine, in der die Menschen von unten mitbestimmen.

In der nicht wieder große Parteiapparate bestimmen, wo es langgeht.

In der man über Alternativen diskutiert.

Diese Vorstellung wurde 1990 sehr schnell von der Realität eingeholt.

Bohley blieb unbequem.

Auch nach dem Ende der DDR.

Im September 1990 gehörte sie zu jenen Bürgerrechtlern, die das ehemalige Stasi-Gelände in der Berliner Normannenstraße besetzten und mit Hungerstreik und Mahnwache dafür kämpften, dass die Akten des Ministeriums für Staatssicherheit nicht einfach verschwanden und Betroffene Zugang dazu erhalten konnten.

Später engagierte sie sich mehrere Jahre im ehemaligen Jugoslawien für Flüchtlinge und beim Wiederaufbau.

Bärbel Bohley starb am 11. September 2010 im Alter von 65 Jahren.

𝗘𝗶𝗻 𝗚𝗲𝗱𝗮𝗻𝗸𝗲 𝘇𝘂𝗺 𝗦𝗰𝗵𝗹𝘂𝘀𝘀 🌅

Das Neue Forum entstand heute vor 37 Jahren nicht mit der Forderung:

„Schafft die DDR ab.“

Es entstand mit dem Gedanken:

𝗟𝗮𝘀𝘀𝘁 𝘂𝗻𝘀 ü𝗯𝗲𝗿 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿 𝗟𝗮𝗻𝗱 𝗿𝗲𝗱𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗲𝘀 𝘃𝗲𝗿ä𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻.

Was daraus innerhalb weniger Monate wurde, kennen wir heute.

Man kann die deutsche Einheit gut finden und trotzdem darüber diskutieren, ob dieser Prozess fair, ausgewogen und wirklich alternativlos verlaufen ist.

Für mich war er das nicht.

Und vielleicht hätten wir damals manches genauer hinterfragen sollen, anstatt jedem Versprechen zu glauben, nur weil es aus dem Westen kam und nach D-Mark klang.

37 Jahre später darf man darüber sprechen.

Eigentlich muss man es sogar.

Adresse

Hauptstadt Der DDR
Berlin
10119

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